Mineralogik

Entstehung & Geschichte

Die Geschichte des Diamanten beginnt im alten Indien, wo er erstmals vor über 2500 Jahren aus den Alluvialvorkommen des Dekkan-Plateaus gewonnen wurde. Das Sanskrit-Wort „vajra" (unzerstörbar) beschre…

Die Geschichte des Diamanten beginnt im alten Indien, wo er erstmals vor über 2500 Jahren aus den Alluvialvorkommen des Dekkan-Plateaus gewonnen wurde. Das Sanskrit-Wort „vajra" (unzerstörbar) beschreibt ihn treffend. Jahrhundertelang war Indien die einzige Quelle — bis 1725 Diamanten in Brasilien entdeckt wurden. Die eigentliche Revolution kam 1866 mit dem Fund des Eureka-Diamanten in Südafrika und der Gründung der Kimberley-Mine.

Wie entsteht Diamant?

Diamanten entstehen in 140–200 km Tiefe unter extremem Druck (45–60 Kilobar) und Hitze (900–1300 °C) im Erdmantel. Kimberlitröhren — explosive Vulkanausbrüche — transportieren sie in Minuten an die Oberfläche. Das Alter der meisten Diamanten: 1–3 Milliarden Jahre.

Kaufberatung

Qualität & Wert

Farbe (Color)
GIA-Skala D–Z: D = völlig farblos (wertvollste), Z = deutlich gelblich. Fancy Colored Diamonds (pink, blau, rot) folgen eigener Skala.
Reinheit (Clarity)
11 Stufen von FL (Flawless) bis I3. IF = Internally Flawless. VS1/VS2 = sehr kleine Einschlüsse, mit Lupe kaum sichtbar.
Schliff (Cut)
Entscheidend für Brillanz und Feuer. GIA bewertet: Excellent, Very Good, Good, Fair, Poor. Nur Excellent erzielt maximales Lichtspiel.
Karat (Weight)
1 ct = 0,2 g. Preissprünge bei 0,5 / 1,0 / 2,0 ct. Ein 2-ct-Stein kostet 4–8× mehr als zwei 1-ct-Steine gleicher Qualität.

Varietäten

Arten & Varietäten

Weißer Diamant
Der klassische Brillant — D bis H Farbe, maximaler Glanz.
Gelber Diamant
Fancy Yellow durch Stickstoff-Einlagerungen. Cape-Diamanten: Z+ bis Fancy.
Pinker Diamant
Argyle-Mine Australien: seltenster Farbdiamant. Preis bis 3 Mio. €/ct.
Blauer Diamant
Bor verursacht Blaufärbung. Hope Diamond: 45,52 ct, Smithsonian Washington.
Grüner Diamant
Natürliche Bestrahlung im Erdreich. Dresden Green: 40,7 ct, grünstes Exemplar.
Schwarzer Diamant
Carbonado: polykristallin, extraterrestrischen Ursprungs. Stark in Mode.

Herkunft

Fundorte weltweit

Botswana
Jwaneng & Orapa: weltgrößte Diamantminen nach Volumen
Russland
Jakutien (Mirny): größte unterirdische Diamantmine der Welt
Kanada
Northwest Territories: konfliktfreie Diamanten seit 1998
Australien
Argyle-Mine (geschlossen 2020): Quelle aller pinken Diamanten
Südafrika
Kimberley: historische Quelle, Namensgeber des Kimberlits

Praxis

Pflege & Zertifikate

Pflege & Reinigung
Diamanten sind zwar das härteste Mineral, aber nicht unzerstörbar — sie können entlang ihrer Spaltebenen brechen. Reinigung mit warmem Wasser, Spülmittel und weicher Bürste oder Ultraschall (bei ungefassten Steinen). Lagern Sie Diamantschmuck einzeln, da er andere Steine zerkratzt.
Zertifikate
GIA, IGI, HRD — GIA ist Weltstandard für Brillanten. Für Fancy Colors: GIA oder SSEF.

Häufige Fragen

FAQ zum Diamant

Ist ein D-Farb-Diamant wirklich besser als ein G?
Für das bloße Auge sind D, E, F und G in gefassten Brillanten kaum zu unterscheiden. Der Preisunterschied ist erheblich — für die meisten Käufer ist G oder H das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Was sind Blutdiamanten?
Konfliktdiamanten aus Kriegsgebieten, deren Verkauf bewaffnete Gruppen finanziert. Der Kimberley-Prozess (seit 2003) zertifiziert konfliktfreie Herkunft. Achten Sie auf entsprechende Zertifikate.
Sind Labordiamanten echte Diamanten?
Ja — chemisch und physikalisch identisch mit Naturdiamanten. Nur im Labor mit speziellen Geräten unterscheidbar. Labordiamanten haben keinen Sammlerwert und liegen preislich 60–80 % unter Naturdiamanten.