Mineralogik

Entstehung & Geschichte

Die Inuit Labradors kannten den Stein und glaubten, das Nordlicht sei einst vom Himmel in die Felsen eingeschlossen worden. Europäische Entdecker brachten ihn 1770 aus der Halbinse…

Die Inuit Labradors kannten den Stein und glaubten, das Nordlicht sei einst vom Himmel in die Felsen eingeschlossen worden. Europäische Entdecker brachten ihn 1770 aus der Halbinsel Labrador nach Europa, wo er sofort Furore machte. Finnischer "Spectrolith" — entdeckt 1940 — zeigt das vollständige Farbenspektrum und gilt als die feinste Qualität weltweit.

Wie entsteht Labradorit?

Labradorit entsteht in basaltischen und gabbroischen Gesteinen als gesteinsbildender Feldspat. Die Labradoreszenz entsteht durch Lichtinterferenz an submikroskopischen Schichten zweier verschiedener Feldspat-Zusammensetzungen, die während des Abkühlens entmischen. Jede Schicht reflektiert bestimmte Wellenlängen.

Kaufberatung

Qualität & Wert

Labradoreszenz
Intensität, Farbenvielfalt und Winkelbereich des Farbspiels sind entscheidend. Vollspektrum (Blau, Grün, Gold, Orange, Rot) = höchste Qualität (Spectrolith). Blaues Farbspiel allein = Standard.
Spectrolith
Finnischer Spectrolith zeigt als einziger Fundort zuverlässig das vollständige Farbspektrum. Intensive, gleichmäßige Labradoreszenz über den gesamten Stein. Deutlich wertvoller als madagassisches Material.
Transparenz
Labradorit ist meist opak bis durchscheinend. Transparenter Labradorit mit Labradoreszenz ist extrem selten und wird facettiert.
Cabochon-Schliff
Labradorit wird fast ausschließlich als Cabochon geschliffen — nur dieser zeigt die Labradoreszenz optimal. Höhe und Ausrichtung der Kuppel sind entscheidend.

Varietäten

Arten & Varietäten

Spectrolith
Finnland: vollständiges Farbspektrum. Rarität und Referenzqualität.
Blauer Labradorit
Madagaskar: dominantes Blau. Häufigste Handelsqualität.
Goldener Labradorit
Dominantes Gold/Orange. Mexiko. Warm und außergewöhnlich.
Rainbow Moonstone
Weißer Labradorit mit blauer Adulareszenz. Häufig falsch benannt.
Andesin-Labradorit
Oregon Sunstone: kupferhaltig, orange-rot. Einzigartig.
Schwarzer Labradorit
Dunkle Grundfarbe, starkes Farbspiel. Mexiko und Kanada.

Herkunft

Fundorte weltweit

Kanada (Labrador)
Paul Island: Erstfundort 1770, große Mengen, blaues Farbspiel
Finnland
Ylämaa: Spectrolith seit 1940, vollständiges Farbenspektrum, Weltbeste
Madagaskar
Verschiedene Regionen: größter Produzent, blaues und goldenes Farbspiel
Russland
Ural und Karelien: historische Quelle, gute Qualitäten
Mexiko
Oaxaca: goldenes und orangefarbenes Farbspiel, charakteristisch

Praxis

Pflege & Zertifikate

Pflege & Reinigung
Labradorit (Mohs 6–6,5) ist spaltbar. Kein Ultraschall. Reinigung mit lauwarmem Wasser und weichem Tuch. Für Ringe nur mit Schutzfassung. Ideal für Anhänger und Cabochon-Schmuck.
Zertifikate
Selten nötig. Für Spectrolith über 20 ct oder Oregon Sunstone: GIA-Report sinnvoll.

Häufige Fragen

FAQ zum Labradorit

Was ist der Unterschied zwischen Labradoreszenz und Adulareszenz?
Labradoreszenz (Labradorit): lebhaftes, mehrfarbiges Schillern durch Lichtinterferenz an Schichtgrenzen. Adulareszenz (Mondstein): weiches, bläuliches Schimmern durch Lichtstreuung. Beide sind Feldspat-Phänomene, aber mechanistisch verschieden. Labradoreszenz ist dramatischer, Adulareszenz zarter.
Was ist Spectrolith?
Der Handelsname für finnischen Labradorit, der das vollständige Farbspektrum zeigt: Blau, Grün, Gelb, Orange, Rot — alles in einem Stein. Entdeckt 1940 in Ylämaa, Finnland, während des Zweiten Weltkriegs bei Befestigungsarbeiten. Nur finnisches Material trägt den Namen Spectrolith zu Recht.
Was ist "Oregon Sunstone"?
Ein kupferhaltiger Labradorit (Andesin) aus Oregon, USA, der durch Kupfer-Einschlüsse eine warme orange-rote Farbe und manchmal Aventurescenz zeigt. Kein klassisches Labradoreszenz-Phänomen, aber ebenfalls spektakulär. Wird in Oregon als Staatsstein geführt.