Mineralogik

Entstehung & Geschichte

Serendibit wurde 1902 in Sri Lanka entdeckt und nach dem arabischen Namen für Sri Lanka benannt — "Serendib", woher auch das englische Wort "serendipity" (Zufallsfund) stammt. Als …

Serendibit wurde 1902 in Sri Lanka entdeckt und nach dem arabischen Namen für Sri Lanka benannt — "Serendib", woher auch das englische Wort "serendipity" (Zufallsfund) stammt. Als Edelstein war er lange nur als dunkle, fast schwarze Stücke bekannt. Facettierbare blaue Stücke aus Myanmar wurden erst um 2000 entdeckt.

Wie entsteht Serendibit?

Serendibit entsteht in Kontaktmetamorphosen von borathaltigen Skarnen — eine sehr seltene geologische Umgebung. Er ist chemisch komplex: Calcium, Magnesium, Aluminium, Bor und Silizium müssen gleichzeitig verfügbar sein.

Kaufberatung

Qualität & Wert

Blaue Qualität
Dunkelblauer Serendibit aus Myanmar (Mogok) ist die begehrteste Form. Facettierbare Stücke sind extrem selten.
Pleochroismus
Starker Pleochroismus: blau, violettblau und tiefblau aus drei Achsen.
Verwechslung
Oft mit Saphir verwechselt. Unterschied: Serendibit hat niedrigeren Brechungsindex und höhere Doppelbrechung als Saphir.
Verfügbarkeit
Jährlich wenige Gramm facettierbares Material weltweit. Zu den fünf seltensten Edelsteinen.

Varietäten

Arten & Varietäten

Blauer Serendibit
Myanmar: dunkelblau, facettierbar. Spitzenqualität.
Blaugrauer Serendibit
Sri Lanka: häufigere Färbung.
Schwarzer Serendibit
Fast opak. Selten als Schmuck.
Violettblauer Serendibit
Selten. Sehr begehrt.
Grönländischer Serendibit
Historisch bedeutsam, selten im Handel.
Serendibit roh
Rohkristall. Museumsqualität.

Herkunft

Fundorte weltweit

Myanmar
Mogok: blaue facettierbare Qualität, weltbeste
Sri Lanka
Erstfundort 1902, blaugrau und dunkle Qualitäten
Grönland
Karshavet: seltene Funde

Praxis

Pflege & Zertifikate

Pflege & Reinigung
Serendibit (Mohs 6,5–7) ist mäßig hart. Reinigung mit Wasser und Seife. Als extrem seltener Stein: Einzellagerung, GIA-Zertifikat immer dabei.
Zertifikate
GIA-Zertifikat Pflicht.

Häufige Fragen

FAQ zum Serendibit

Warum heißt Serendibit Serendibit?
Nach "Serendib" — dem arabischen Namen für Sri Lanka, wo er 1902 erstmals gefunden wurde. Das englische Wort "serendipity" (glücklicher Zufallsfund) leitet sich ebenfalls von "Serendib" ab — was für einen so seltenen Stein wie Serendibit treffend erscheint: ihn zu finden ist reines Glück.
Was ist der Unterschied zwischen Serendibit und Saphir?
Beide dunkelblau, aber mineralogisch völlig verschieden: Saphir ist Korund (Al₂O₃, Mohs 9, höherer Brechungsindex 1,76–1,78), Serendibit ist ein Borosilikat (Mohs 6,5–7, Brechungsindex 1,70–1,72). Serendibit ist weicher und zeigt stärkere Doppelbrechung. Ohne Labor schwer zu unterscheiden.
Gibt es Serendibit im Handel?
Kaum. Gelegentlich bei Myanmar-Spezialisten oder seltenen Auktionen. Preise: 3.000–30.000 €/ct je nach Qualität und Größe. Unter 1 ct in guter Blauqualität: unter 10.000 €/ct möglich. GIA-Zertifikat unverzichtbar.