Mineralogik

Entstehung & Geschichte

Brookit wurde 1825 nach dem britischen Mineralogen Henry James Brooke (1771–1857) benannt. Als dritte TiO₂-Modifikation (neben Rutil und Anatas) ist er das seltenste der drei. Paki…

Brookit wurde 1825 nach dem britischen Mineralogen Henry James Brooke (1771–1857) benannt. Als dritte TiO₂-Modifikation (neben Rutil und Anatas) ist er das seltenste der drei. Pakistanisches Material aus Balistan liefert die facettierbaren Exemplare.

Wie entsteht Brookit?

Brookit entsteht in hydrothermalen Gängen und in alpinen Klüften — zusammen mit anderen Titanmineralen. Er ist metastabil und wandelt sich bei hoher Temperatur in Rutil um.

Kaufberatung

Qualität & Wert

Dispersion
0,131 — die höchste Dispersion aller Mineralien. Fast dreimal so hoch wie Diamant (0,044). Das Feuer ist spektakulär — wird aber durch die dunkle Grundfarbe (braun) oft überdeckt.
Transparenz
Transparenter Brookit für Facettierung ist selten. Pakistanisches Balistan-Material liefert gelegentlich klare Stücke.
Kristallform
Charakteristische flache, hexagonale bis tafelförmige Kristalle. Gebirgsklüfte der Alpen und des Himalaya.
Farbproblem
Die braune bis schwarze Grundfarbe überdeckt das Feuer — farbloser Brookit würde das stärkste Feuer aller Edelsteine zeigen. Leider existiert fast kein farbloser Brookit.

Varietäten

Arten & Varietäten

Brauner Brookit
Pakistan: häufigste Schmuck-Farbe. Guter Glanz.
Rötlicher Brookit
Durch Eisengehalt. Selten.
Schwarzer Brookit
Fast opak. Häufig. Kein Schmuckwert.
Gelblicher Brookit
Selten. Heller Ton.
Alpiner Brookit
Schweiz/Österreich: auf Quarz-Matrix. Sammlerstück.
Brookit auf Calcit
Pakistan: Kristalle auf weißer Matrix. Dekorativ.

Herkunft

Fundorte weltweit

Pakistan
Balistan (Gilgit-Baltistan): facettierbare Qualität
Schweiz
Graubünden und Wallis: alpine Klüfte, Sammlerstücke
Russland
Ural: historisch bedeutsam
USA
Magnet Cove, Arkansas: gute Kristalle
Brasilien
Minas Gerais: selten facettierbar

Praxis

Pflege & Zertifikate

Pflege & Reinigung
Brookit (Mohs 5,5–6) ist mäßig hart. Reinigung mit lauwarmem Wasser und weichem Tuch. Kein Ultraschall. Für Anhänger und Sammlerstücke.
Zertifikate
GIA-Report für facettierte Stücke sinnvoll.

Häufige Fragen

FAQ zum Brookit

Hat Brookit wirklich die höchste Dispersion aller Mineralien?
Ja — mit 0,131 ist Brookit das Mineral mit der höchsten bekannten Dispersion: fast 3× Diamant (0,044), mehr als Demantoid (0,057), mehr als Sphalerit (0,156 — nur dieser hat mehr). Leider ist Brookit meist braun bis schwarz, was das Feuer überdeckt.
Was sind die drei TiO₂-Polymorphe?
Rutil (tetragonal, rotbraun, häufig), Anatas (tetragonal, blaugrau, selten), Brookit (orthorhombisch, braun, seltenst). Alle drei enthalten nur Titan und Sauerstoff aber in verschiedener Kristallstruktur. Rutil ist industriell wichtig (Titandioxid-Pigment), Anatas und Brookit sind seltene Mineralien.
Was wäre wenn Brookit farblos wäre?
Ein farbloser Brookit würde die stärkste Lichtbrechung und eines der höchsten Feuer aller facettierten Steine zeigen — heller als Diamant, mehr Feuer als Sphalerit. Leider existiert fast kein farbloser Brookit. Theoretisch wäre er der spektakulärste facettierbare Stein der Welt.