Mineralogik

Entstehung & Geschichte

Pargasit wurde 1814 in Pargas (Parainen), Finnland beschrieben und nach diesem Fundort benannt. Als Edelstein erst durch tansanisches Material aus den Merelani Hills bekannt — dems…

Pargasit wurde 1814 in Pargas (Parainen), Finnland beschrieben und nach diesem Fundort benannt. Als Edelstein erst durch tansanisches Material aus den Merelani Hills bekannt — demselben Gebiet, das Tansanit liefert. Facettierbare Exemplare sind selten.

Wie entsteht Pargasit?

Pargasit entsteht in ultrabasischen und basischen metamorphen Gesteinen sowie in Skarnen. Er ist ein typisches Hochdruck-Metamorphose-Mineral. Im Erdmantel kommt er als wichtiges wassertragendes Mineral vor.

Kaufberatung

Qualität & Wert

Farbe
Dunkelgrün bis blaugrün. Starker Pleochroismus: blaugrün, gelblichgrün, fast schwarz. Der Schleifer positioniert den Stein für die attraktivste Hauptfarbe.
Seltenheit
Facettierbare Stücke über 1 ct sind sehr selten. Tansanisches Material liefert die beste Qualität.
Brechungsindex
1,612–1,640 — gut. Facettierter Pargasit zeigt guten Glanz.
Spaltbarkeit
Vollkommene Spaltbarkeit in zwei Richtungen — schwieriger Schliff.

Varietäten

Arten & Varietäten

Tansanischer Pargasit
Merelani: intensivstes Grün, beste Schmuckqualität.
Myanmar-Pargasit
Mogok: selten, gute Farbe.
Chromopargasit
Chrom-haltiger Pargasit: intensiver grün. Sehr selten.
Blaugrüner Pargasit
Blaugrüner Ton. Selten vermarktet.
Finnischer Pargasit
Pargas: Erstfundort 1814. Selten als Schmuck.
Pargasit roh
Rohkristall. Sammlerstück.

Herkunft

Fundorte weltweit

Tansania
Merelani Hills: beste facettierbare Qualität, intensivstes Grün
Myanmar
Mogok: selten, gute Farbe
Afghanistan
Kunar: selten
Finnland
Pargas (Parainen): Erstfundort 1814, historisch

Praxis

Pflege & Zertifikate

Pflege & Reinigung
Pargasit (Mohs 5–6) ist weich. Reinigung mit feuchtem Tuch. Kein Ultraschall. Nur für Anhänger und Sammlerstücke.
Zertifikate
GIA-Report für wertvolle Stücke empfehlenswert.

Häufige Fragen

FAQ zum Pargasit

Warum ist Pargasit so wenig bekannt?
Selten in facettierbarer Qualität, weich (Mohs 5–6), kein Marktingbudget. Für Kenner ist er ein Geheimtipp: dunkelgrün, starker Pleochroismus, aus demselben Gebiet wie Tansanit.
Kommt Pargasit im Erdmantel vor?
Ja — Pargasit ist ein wichtiges wassertragendes Mineral im oberen Erdmantel. Er kann Wasser als OH-Gruppe in seiner Struktur binden und bei Subduktion in die Tiefe transportieren.
Was ist der Unterschied zwischen Pargasit und Smaragd?
Beide dunkelgrün, aber sehr verschieden: Smaragd (Beryll, Mohs 7,5–8, intensives Chromgrün, teuer), Pargasit (Amphibol, Mohs 5–6, dunkler, weicher, seltener als Edelstein). Für Sammler interessanter, für Alltagsschmuck weniger geeignet.